Liebe Freunde,
manchmal rast die Zeit nur so. Es ist kaum zu glauben, dass wir nun schon über einem halben Jahr hier in Burundi sind. Deshalb wird es Zeit, euch auf den neusten Stand der Dinge zu bringen.
Ankunft
Am 3. Februar war es endlich soweit. Nach der Zeit in Kanada und der Sprachschule in Frankreich hob das Flugzeug früh morgens in Richtung Burundi ab. Am gleichen Tag abends sind wir auch schon in der Hauptstadt Bujumbura gelandet. Wir waren glücklich, endlich an unserem Bestimmungsort angekommen zu sein und gleichzeitig erschöpft von allem Packen, Verabschieden und dem Wechsel. Wir starteten bei -3°C und landeten bei ca. 28°C
Am ersten Morgen erwartete uns ein wunderschönes, grünes Land voller Berge und Hügel und ein genialer Blick zum großen Tanganjikasee, hinter dem sich die Berge vom Kongo auftürmen. Am gleichen Tag ging es auf einen kurzen Erkundungsausflug in die Stadt hinein. Noch immer staunen wir über die wunderschöne Landschaft, die Gott diesem Land gegeben hat und über die Freundlichkeit der Menschen, die uns hier begegnen.
Wir blieben ca. 6 Wochen in der Hauptstadt, um mehr über Land und Leute kennen zu lernen und einige Hintergründe über die Kultur zu erfahren. In dieser Zeit war ein Team der Liebenzeller Mission im Land, das einen Film über die Arbeit in Burundi drehte. Mitte März zogen wir nach Muramvya, das ca. 1h weit in den Bergen auf 2000m Höhe liegt. Dort wohnen wir in einem netten Haus mit einem großen Garten mitten unter den Einheimischen. Um es gleich vorweg zu sagen, wir fühlen uns hier richtig wohl. Die ersten Kontakte mit Nachbarn und Familien aus der Gemeinde sind geknüpft und so lernen wir jeden Tag ein bisschen mehr, die Leute hier zu verstehen.
Alltag
Unter der Woche kommen zwei Sprachhelfer zu uns, die uns mit viel Geduld und Liebe die Landessprache beibringen.
Mitunter lachen wir viel, wenn es kleine Sprachverwirrungen gibt: Das Lehrbuch ist in Englisch, wir sprechen französisch und suchen manches Mal das deutsche Wort
.
Die Sprache fordert uns mitunter sehr. Kleine Veränderungen in der Aussprache eines Wortes verändern den ganzen Sinn in einem Satz und viele Vokabeln sind sehr ähnlich, so dass das Lernen dieser Wörter häufig etwas schwer wird. Dennoch lernen wir gerne und freuen uns immer über das, was wir schon verstehen können.
Théogène und Léonce helfen uns aber nicht nur die Sprache zu sprechen, sondern sind unsere Türöffner für die Kultur: Sie fragen wir, wie z.B. Ehe und Familie in Burundi funktioniert, warum Besuche einen so hohen Stellenwert in der Kultur haben…
Nebenbei lernen wir die Leute durch Besuche kennen oder knüpfen auf der Straße Kontakte.
Besondere Anlässe
Kaum im Land angekommen wurden wir auf eine Hochzeit eingeladen. Théogène, unser Sprachhelfer, gab sein Ja-Wort an seine Consolate. Wir sind immer wieder erstaunt und lernen jeden Tag dazu, wie Feste und besondere Anlässe hier anders verlaufen als in Deutschland, so auch diese Hochzeit. Doch wir freuten uns riesig, mit dabei gewesen zu sein, um noch mehr über die Kultur erfahren zu können. Inzwischen haben wir auch die zweite Hochzeit hinter uns. Unser zweiter Sprachhelfer ist nun auch unter „Dach und Fach“.
Im August waren wir mit Jugendlichen aus Bujumbura und Muramvya zusammen. Diese Zeit tat uns gut und half uns, mal wieder anpacken zu können. Die Jugendlichen waren voll dabei und wir hoffen, dass diese Zeit bleibende Spuren in ihrem Leben hinterlässt.
Unerwartetes
Wir waren gerade dabei, uns in Muramvya so richtig einzuleben, in die Sprache einzutauchen, als der Anruf von Tabeas Bruder unsere ganzen Pläne für die nächsten Wochen durcheinanderwarf. Die Nachricht des Todes von Tabeas Mutter war wie ein Schock für uns. Zum Glück waren an dem Abend liebe Kollegen da, die uns geholfen haben, unsere Sachen zu packen, sich um Johanna zu kümmern und das Haus in Ordnung zu bringen. Wie die meisten von Euch wissen, sind wir so schnell wie möglich nach Deutschland geflogen, um bei der Beerdigung dabei sein zu können. Aufgehalten wurden wir jedoch von dem Vulkan auf Island. Wir saßen 5 Tage in Uganda fest. Die Trauerfeier konnte man zwar nicht mehr verschieben, aber mit der Beisetzung hat man auf uns gewartet. An dieser Stelle wollen wir Euch allen danken für die vielen, vielen Gebete, Emails, Grüße und auch für die finanziellen Mittel, die es ermöglicht haben, dass der Flug vollständig bezahlt werden konnte. Erst im Nachhinein staunt man darüber, wie Gott jeden Tag die Kraft in dieser Zeit gegeben hat, die nötig war und auch heute immer noch gibt. Nach über 4 Wochen in Deutschland haben wir hier wieder Fuß gefasst, auch wenn das Leben nun doch etwas anders weitergeht als zuvor.
Persönlich
Wir können mit voller Überzeugung sagen, dass wir uns hier wohl fühlen und das Land und die Leute ins Herz geschlossen haben. Die Sprache bedeutet immer wieder eine Herausforderung, da sie doch nicht so einfach in den Kopf geht wie gewünscht. Tabea fehlen manches Mal die lieben Worte ihrer Mutter am Telefon.
Johanna ist wirklich ein Türöffner für uns. Sie grüßt die Menschen auf der Straße, lacht viel und könnte jeden Tag Besuch von den Kindern aus der Nachbarschaft bekommen. Manches Mal könnten wir hier bei uns im Hof eine Jungschar starten.
Zukunft
Wir merken, wie wir gerne durchstarten würden mit der Arbeit, aber dafür reicht unser Kirundi einfach noch nicht. Wenn wir die vielen Kinder und Jugendlichen sehen, dann wächst in uns der Wunsch, hier aktiv zu werden und ihnen das Wichtigste fürs Leben mitzugeben. Betet mit, dass die nächsten Gespräche mit unserem Bischof hier in Burundi gut werden und wir zu einem guten Konsens kommen, was unsere künftige Arbeit betrifft.
Wir danken euch für alle Liebe, die ihr uns entgegenbringt durch eure Gebete und das Geben für unsere Arbeit, und freuen uns, wenn ihr es auch weiterhin tut. Gott segne euch. Eure Alex und Tabea mit Johanna.






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