9. February 2012

Mal wieder warten …

Die BAHO Gemeinde beim Warten
Die BAHO Gemeinde beim Warten

Die BAHO Gemeinde beim Warten

Schon lange wurde über den heutigen Tag gebrochen. Er war in aller Munde. Die Delegation sollte kommen. Welche Delegation? Nun, das ist so: Das Erzdiakonat Muramvya soll zur Diözese umfunktioniert werden. Diese Entscheidung wird von der Bischofskonferenz getroffen; und damit die eine Grundlage erhaben, eine gute Entscheidung zu treffen, kamen heute Abgesandte der Bischöfe.

Geplant war, dass sie um 12h kommen sollten. Gemeinsam wollten wir die Kirche auf dem BAHO Gelände besuchen. Also haben wir erstmal am Hotel auf sie gewartet. Aber sie kamen nicht. Danach sind wir auf das Gelände gefahren, um dort auf sie zu warten. Was wir auch fleißig getan hatten. Irgendwann bekamen wir den Anruf, dass die Delegation nicht zur Kirche kommt, sondern gerade im Hotel beim Essen ist. Also sind wir (Alex, Emmanuel, der Pastor und unsere beiden Bibelschullehrer) zum Hotel gefahren. Dort angekommen wusste der Bischof von keinem geplanten Programm und so haben wir spontan umdisponiert und sind nach Shombo gefahren. Es war bereits 16h.

In Shombo angekommen hatten wir nur ca. 40 min, weil es hier so schnell dunkel wird. Also wieder schnell nach Muramvya und im Dunkeln kamen wir dann an der Bibelschule an, wo es dann noch ein kleines Abendessen gab.

Und so geht ein irgendwie langer Tag zu Ende, und wenn ich denke, was ich heute gemacht habe? Gewartet!

Im Gegensatz zu Tabea: sie hat den ganzen Tag in der Küche gestanden, da die Delegation morgen bei uns zu Mittag isst. That’s life in Burundi.

Feste feiern, wie sie fallen…

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Und besonders Hochzeiten „fallen“ hier häufig. Nun war es die Dritte, zu der wir gegangen sind. Unsere Frau, die uns im Haus und in der Küche hilft, hat letzten Samstag geheiratet. Wir freuen uns wirklich für sie, da ihr erster Mann verstorben ist. In Burundi ist es eher eine Seltenheit, wenn dann eine Frau noch einmal heiratet, aber ohne Mann hatte sie einen schweren Stand in der Kultur.

Da Alex kränklich war, ging Tabea zu Beginn alleine mit Johanna hin. Eigentlich sollte alles um 11.30 Uhr beginnen, aber als wir auf dem Weg waren, kam uns die Braut in Arbeitsklamotten entgegen und meinte: „Es ist noch nicht alles soweit, wartet noch zu Hause, wir lassen es euch wissen, wann es losgeht.“ Um 12.30 Uhr kam dann jemand und meinte, es würde in 5 Minuten losgehen. Also Johanna gepackt und hingeeilt, aber leider…. Dauerte es noch einmal über eine Stunde, bis dann das Fest losging, die sogenannte „Dotte“. Hier wird sozusagen der Brautpreis an die Familie der Braut übergeben. Interessant war, dass die Familie in ihrem „urugo“ (Hof) ein kleines Zelt aufgebaut haben, in der dann die Zeremonie stattgefunden hatte.

Inzwischen stieß Alex dazu, der sich mit Schmerzmittel über Wasser hielt. Danach ging es weiter in Richtung Kirche, doch leider kam der Regen dazwischen, also liefen wir im Regen nach Hause, warteten noch einmal eine halbe Stunde, bis der Regen weniger wurde und fuhren dann in Richtung Kirche. Diese sollte eigentlich um 14.00 Uhr beginnen, inzwischen war es 16.00 Uhr. Johanna schlief glücklicherweise auf der Fahrt zur Kirche ein, denn der Tag sollte noch etwas länger gehen.

Danach ging es zur sogenannten „Reception“. Hier gibt es Lieder, viele Worte, oder besser gesagt zu viele Worte, eine Fanta (die gab es übrigens auch schon zur Dotte zwei mal.) und die Geschenkübergabe. Gerade wollten wir gehen, es war inzwischen 19.00 Uhr, als uns der Verantwortliche der Hochzeitsgesellschaft sagte, wir sollten noch warten, die letzte Zeremonie würde noch kommen. Gesagt getan, nach ungefähr einer guten halben Stunde Wartepause, liefen die Frauen herein, mit ihren Körben, um die Geschenke der Braut zu überreichen. Diese Feier ist dazu da, um zu schauen, ob es der jungen Braut auch gut geht. Gegen 21.00 Uhr ging es dann in Richtung Heimweg. Wir aßen noch gemeinsam, denn bis dahin hatten wir noch nichts gegessen.

Fazit:

Die Braut hatte an diesem Tag 3 verschiedene Kleider an. Einen „Imvutano“ zur ersten Zeremonie, dann das Brautkleid und am Ende den geschenkten Imvutano von ihrem Mann, denn in Burundi kauft der Mann die Kleider für seine zukünftige Frau.

Ich habe an diesem Tag 4 Fanta getrunken und wahrscheinlich am Ende einen Zuckerschock gehabt  ;)

Immer etwas zu Essen mitnehmen für alle Fälle. Johanna liebt zum Glück auch trockenes Brot und Bananen. Das vertreibt den größten Hunger.

Aber…

…das Fest war noch nicht zu Ende. Eigentlich wollte ich am Sonntag nach dem Gottesdienst und dem Mittagsschlaf von Johanna in aller Ruhe mit ihr Plätzchen backen. Doch da kam unsere frisch verheiratete Frau und lud uns zu sich ein. Das ist hier normal, dass man das Ehepaar in der Woche nach der Hochzeit besucht. Alex, noch immer krank, blieb daheim und Tabea ging mit Johanna hin. Man siehe und staune, ungefähr 50 Gäste waren da, die gerade beim Essen waren, als wir hinzugestoßen sind. Die Braut hat uns mal schnell ihr Essen gegeben, denn sie hatte noch nicht angefangen. Wir mussten uns neben die Trauzeugin sitzen und alle schauten uns an. Zum Glück kriegt man Johanna mit Bohnen gut und lange beschäftigt. Als die meisten Gäste aufgebrochen sind, ging es dann noch zu ihrem neuen Zuhause, und auf zur zweiten Fanta an diesem Tag.

Fazit des gesamten Festes:

Es waren zwei superschöne Tage mit vielen guten Begegnungen, vielen Gelegenheiten Kirundi zu reden und verstehen zu lernen und mit neuen Hintergründen in die Kultur des Landes. Wir haben es echt genossen, auch wenn so manche Dinge doch ganz anders sind als in Deutschland.

Amajambo

Hochzeit 042

Amajambo heißt übersetzt „Worte“ oder eben „Reden“, die ja viele Worte beinhalten. Die Überschrift könnt ihr am Ende des Eintrags dann besser verstehen.

Am Samstag waren wir auf einer Hochzeit. Der zweite unser Sprachlehrer hat seiner Floride das JA-Wort gegeben. Diesmal konnten wir wirklich bei allen Zeremonien dabei sein. So eine burundische Hochzeit ist total interessant, aber man braucht auch eine große Portion Flexibilität. Ein paar Elemente kennen wir auch in Deutschland, anderes ist uns fremd. Es gibt die standesamtliche und die kirchliche Trauung, das kennen wir ja, daneben gibt es aber auch noch die Dot, das Lever de voile, der Empfang und das Essen im engsten Kreis.

Da wir viele Bilder machen konnten, wollen wir Euch etwas erklären, wie das Ganze so abläuft. Die einzelnen Elemente sind traditionell an verschiedenen Tagen, aber da man heute ja überall sparen muss, kann das auch nur an zwei, oder gar nur an einem Tag alles ablaufen. Angefangen hat diesmal alles mit dem Standesamt.

Beim Standesamt - natürlich im Freien. Der Trauzeuge schreibt gerade eine SMS.

Beim Standesamt - natürlich im Freien. Der Trauzeuge schreibt gerade eine SMS.

Standesamt

Normalerweise wird man dazu gesondert eingeladen. Wir hatten so eine Einladung nicht bekommen, aber das muss hier auch nichts heißen. Am Freitagvormittag bekam Alex vom Bräutigam einen Anruf, dass wir in 5 Stunden (15h30) zum Standesamt eingeladen sind. Wir waren etwas erstaunt und meinten, dass wir gerade Besucher haben: kein Problem, die dürfen auch kommen! Als es dann langsam Zeit wurde (15h) bekamen wir eine SMS: Die Standesbeamtin hat heute doch keine Zeit, daher wird alles auf Samstag Früh verschoben (da fragt man sich doch, warum man vorher beim Standesamt einen Termin ausmachen muss.) Alex hat das einen Einheimischen gefragt, der meinte dann nur: “das ist halt hier so.”

Es war am Freitag auch noch gar nicht klar, wann nun die ganzen Feierlichkeiten am Samstag starten sollten, da ja nun der ganze Plan über den Haufen geworfen wurde – Gerüchte sagten, es könnte schon um 6h00 früh losgehen!! Also: erstmal ins Bett gehen und hoffen, dass der nächste Anruf, nicht soooo früh ist.

Am Samstag haben wir uns dann fertig gemacht, nachdem wir gesagt bekommen haben, wir sollten um 9h00 am Standesamt sein. Wir sind gerade auf die Straße gegangen, als uns die Trauzeugin entgegenkam, um die Braut zuhause abzuholen. Dann war klar: das kann auch noch eine halbe Stunde dauern. Also sind wir wieder nach Hause gegangen. Derweil “musste” ein Kollege spontan einspringen und die Familie des Bräutigams abholen, was auch nochmal 1,5h dauerte. Wir haben dann ausgemacht, wir gehen erst los, wenn wir einen Anruf bekommen, dass es losgeht. Ach ja: Da der Fotograf anscheinend nicht da war, wurde Alex auch gebeten, Fotos zu machen; er sollte also pünktlich(!) sein. Kurz nach 10h kam ein Anruf: “Du bist da?” – “Nein, ich bin noch zu Hause, ich warte noch auf den Anruf, wann es wirklich losgeht.” – “Es hat bereits angefangen!” Also gut, wir sind schnell losgelaufen, um dann vor Ort festzustellen, dass der andere Fotograf doch da war und außer einer Rede (den amajambo) und einer Unterschrift nichts Besonderes lief: selbst der Trauzeuge hat während der Zeremonie mit seinem Handy gespielt und telefoniert :)

Die symbolische Dot wird übergeben …

Die symbolische Dot wird übergeben …

Dot (11h45)

Dann ging es zur Dot. Hier in Burundi muss der Mann für die Zukünftige einen Brautpreis bezahlen, der vorher von den Familien ausgemacht wird. In der Regel sind es Kühe, die den Besitzer wechseln. Je besser die Familie der Frau und je besser ihr Bildungsstand, desto mehr Kühe werden fällig. Das Witzige daran ist, dass es auch eine “menschliche Kuh” gibt (die wird wirklich so genannt!!): Die Braut. Bei der Dot stellt nun die Familie des Bräutigams die Frage, ob man nicht vielleicht die menschliche Kuh haben könnte, die einem ja versprochen wurde, die andere Familie dagegen versucht über geschicktes Reden, etwas Stimmung zu machen :) Das war echt nett, ein einheimischer Pastor meinte zu uns: “das ist wie Tischtennis: das geht immer hin und her (die Reden)”. Das ging dann auch eine Weile (so eineinhalb Stunden). Amajambo eben!

Ach ja: Die Dot sollte direkt nach dem Standesamt sein. wir sind hingelaufen: keine Dot, keine Familien. Also wieder warten, warten und warten. Zwischendurch waren wir auch mal zuhause. Aber das ist normal, weil sich Braut und Bräutigam umziehen müssen, und das kann eben laaaaange dauern.

Unsere Kirche

Unsere Kirche

kirchliche Trauung(14h00)

Da brauchen wir gar nicht viel schreiben und erklären: es ist schlichtweg ein Gottesdienst wie bei uns, in dem das Ehepaar um den Segen Gottes bittet.

Empfang (16h30)

Das ist nun wirklich typisch Burundi: Es gibt keinen Kuchen, keine Knabbereien, nichts zu Essen, obwohl manche seit 9h dabei sind und wir alle kräftig Hunger haben. Es werden jedem Gast, je nach Bedeutung ein Platz zugewiesen und dann gibt es FANTA!! Man hat die Wahl zwischen Fanta Zitrone, Orange (für Kinder) der Cola. Und dann gibt es wieder … Richtig: amajambo – Reden, von der Familie des Bräutigams, von der Familie der Braut und von einem Vertreter der Gäste. Ach ja, Geschenke werden auch noch überreicht, auffällig viele Umschläge  - die sammelt dann der Trauzeuge.

Es gibt auch ein paar Darbietungen: ein paar Mädchen die tanzen und ganz wichtig auch die Trommler. Johanna hat die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und sich schon mal im Trommeln geübt.

Lever de Voile

Das findet eigentlich erst etwas später statt, denn traditionell kommen da die Eltern der Braut und fragen, wie es denn der menschlichen Kuh geht, die man gegen die echten Kühe eingetauscht hat. Aber inzwischen machen das auch einige Paare am gleichen Tag. Um es kurz zu machen: es gab sie mal wieder: amajambo!

Enger Kreis

So, da sitzen wir nun, es ist irgendwas zwischen 21h00 und 22h30. Zu engsten Familien- und Freundeskreis gehören ca. 50 Gäste, darunter natürlich auch die Weißen. Da die Stühle knapp geworden sind (wir sind beim Brautpaar zuhause), ist Alex kurz zu einer Bar gefahren und hat zwei Dutzend Stühle ausgeliehen.

Ende

Viele Kilometer spontanes hin- und herfahren und etliche Stunden des Wartens liegen hinter uns. Müde und mit Rückenschmerzen durch die vielen Schlaglöcher sind wir nun auch bei uns zuhause wieder angekommen. Es war in allem ein echt schöner Tag, den wir mit unseren einheimischen Freunden feiern konnten – auch wenn es anders ist, als bei uns in Deutschland.

Hier ein paar Bilder, mehr gibt es in der Galerie.

Tag der Arbeit

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Bohnen mit dem Imbabura gekocht

Bohnen mit dem Imbabura gekocht

Da wir am berühmten Tag der Arbeit, an dem in Deutschland bekanntlich nicht gearbeitet wird, in Deutschland waren, konnten wir diesen Feiertag nicht in Burundi feiern. Normalerweise gibt es an diesem Tag öffentliche Veranstaltungen und allerlei Reden und dann lädt man seine Arbeiter zu einem Essen ein. Das machen die Burundier eigentlich nicht, wir Missionare machen das so!!

(Für alle, die es nicht wissen: Es ist in Burundi selbstverständlich Arbeiter zu haben, selbst unsere Arbeiter haben wieder Arbeiter.)

Nun haben wir es nachgeholt. So ein Fest läuft allerdings deutlich anders ab, als wir es erwartet hätten: Das Fest besteht eigentlich nur aus einem größeren Essen. Das Essen wird außerdem von den Arbeitern selber ausgesucht, die Zutaten gekauft und gekocht, uns blieb nur, den Tisch zu decken und das Wohnzimmer etwas herzurichten. Würden wir kochen, wäre es eben doch nicht unbedingt nach ihrem Geschmack.

Alex hat eine für ihn normale Portion gegessen. Verglichen mit unseren Angestellten war das weniger als eine Kinderportion, sie haben sich doch echt zwei Teller aufgeladen, die jeweils etwas doppelt so voll waren, wie der von Alex!

Nach dem Festmahl war Alex mit der obligatorischen Rede an der Reihe (natürlich in Kirundi, dank unserer Sprachlehrer), in der er die Arbeit der Angestellten lobt und auf ein paar Dinge hinweist. Der Älteste der Gäste darf dann eine Antwortrede halten. Was uns sehr überrascht und gefreut hat, war, dass ihnen sehr wohl bewusst war, dass wir auf dem Weg nach Deutschland in Uganda stecken geblieben sind. Sie haben das extra noch einmal erwähnt. Wir haben im Nachhinein gestaunt, wie sie das mitgenommen hat. Am Ende kam dann die obligatorische Frage nach einer Gehaltserhöhung. Unsere Antwort: Wir denken darüber nach. (Anmerkung dazu: Sie haben erst im Januar eine Erhöhung erhalten.)

Zu unserer Überraschung, waren es ebenfalls die Angestellten, die sich um den Abwasch gekümmert haben :)

Kultureinführung

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Es war einmal ein Bus. Es war kein gewöhnlicher Bus, sondern geländegängig. Und dann waren da noch ein paar Missionare, die einen neuen, geländegängigen, gebrauchten Bus brauchten. Das alles, war vor langer, langer Zeit, viel länger, als wir schon in Burundi sind. Dann kam eines Tages Abdul (Name geändert). Abdul meinte: «Ich kann euch einen Bus besorgen» damit begannen dann auch schon die Sorgen. Es kam das Gerücht auf, unsere lieben Kollegen hätten den Bus nie bezahlt, dabei hatten sie doch alle Belege, sogar von Abdul unterschrieben.

Auftritt: die Polizei. Wir, also unsere Kollegen, wurden beschuldigt, das Geld für den Bus nicht bezahlt zu haben, meinte derjenige, der das Auto aus dem Ausland besorgt und es Abdul für uns gegeben hatte. Kein Problem, eigentlich, sollte man meinen: Wir haben alle Belege von Abdul unterschrieben.

Abgang: Abdul. Er war nicht mehr, unauffindbar, vom Erdboden verschluckt. Dabei hätte alles doch so einfach sein können – aber Moment, steckte er vielleicht auch in der ganzen Geschichte mit drin? Oder ist eine Tante 10. Grades gerade in Tansania gestorben? Wir wissen es nicht.

Auftritt: neue Missionarsfamilie. Der neue Missionar durfte dann gleich zu Beginn versuchen, die ganze Geschichte zu ordnen, vielleicht sollte ja daraus einmal ein Buch entstehen … für Hollywood würde es eigentlich schon reichen. Um sein Orientierungsprogramm etwas aufzupeppen durfte er auch zusammen mit einem Kollegen und dem Anwalt zur Polizei.

Abgang: der Polizist. Leider war der mit dem Fall betraute Polizist gerade auf Fortbildung, also blieb uns nichts anderes als 2 Stunden in der Sonne zu warten, bis der Herr Kommissar Zeit für uns gefunden hatte. Ergebnis: «Haltet das Auto versteckt, denn wir fahnden danach, der Fall ist klar, Abdul hat euch reingelegt.»

Die Wende: Eigentlich sollte der Fall an die nächst höhere Instanz, aber halt! Wir sind in Afrika, hier ändern sich die Dinge manchmal sogar sehr schnell. «Nein», meinte der Polizist, «der Fall geht nicht an die nächst höhere »« Ach ja», meinte der Kommissar: «Wir haben ja nie nach dem Auto gefahndet, wir können also problemlos damit fahren» Wo war denn da eigentlich das Problem. Nur, so der Kommissar, sollten wir bitte die Einfuhrsteuer noch bezahlen, aber das könnten wir direkt bei ihm machen.

Auftritt: das Finanzamt. Kurze Nachfrage beim Finanzamt: Kann es sein, dass man Steuern für ein Auto beim Kommissar bezahlen muss? Antwort: Lauthalses Gelächter, oder: die dummen Weißen, schon wieder reingelegt. Also Geld gespart und alles soweit so gut.

Auftritt: Abdul. Nach einem Besuch bei seiner Frau bekommt der dienst-habende Missionar einen Anruf, er glaubt seinen Augen nicht, nimmt nicht ab. Das Telefon klingelt noch mal, wirklich: Abdul. Er ist an der Grenze zu Burundi und in ein paar Tagen wieder  in Bujumbura. Ob es denn ein Problem gibt? Er hat doch alles bezahlt, hat das uns sein Bruder etwa nicht gesagt?

Ende: Wo war denn da noch gleich das Problem: Abdul hat sein Geld, wir unseren Bus, der Polizist hatte etwas Arbeit und der Anwalt einen – naja, sagen wir – einen gewonnen Fall.

Alles Afrika eben!

Burundi Drums

Burundi Drums

Trommeln sind sehr wichtig in der burundischen Kultur, hier mal etwas zum Einstimmen:

Bilder aus Burundi

Burundi Trommel

Bei den Vorbereitungen für die Normandie bin ich auf eine Youtube Seite gestoßen, die ich Euch nicht vorenthalten will. Es sind einfach ein paar Bilder aus Burundi:

Interessant

(c) Commons:Bundesarchiv
(c) Commons:Bundesarchiv

(c) Deutsches Bundesarchiv

Gerade hab ich auf dem Blog von Dirk folgenden Beitrag gefunden – auf jeden Fall zum Nachdenken.

Ein Professor an der Universität forderte seine Studenten mit dieser Frage heraus. “Hat Gott alles, was existiert, erschaffen ?” Ein Student antwortete tapfer: “Ja, er hat”
Der Professor fragte weiter: “Wenn Gott alles erschaffen hat, dann auch das Böse. Da Böses, wie wir an unserem eigenen Handeln feststellen, besteht, ist Gott böse.” Der Student wußte keine Antwort auf diese Aussage, was den Professor veranließ, zu folgern, daß er “bewiesen” hätte, daß der Glaube an Gott ein Märchen und daher wertlos wäre.
Ein anderer Student hob seine Hand an und fragte den Professor, “Darf ich eine Frage aufwerfen?” – “Selbstverständlich”, antwortete der Professor.Der junge Student stand auf und fragte “Herr Professor, existiert Kälte ?” Der Professor antwortete, “Was für eine Frage soll das sein? Selbstverständlich existiert Kälte, war Ihnen noch nie kalt?”
Der junge Student antwortete: “Sir, in Wahrheit existiert Kälte nicht. Entsprechend den Gesetzen der Physik, ist das, was wir für Kälte halten, tatsächlich das Fehlen von Hitze. Alles kann untersucht werden, solange es Energie (Hitze) aussendet. Der absolute Nullpunkt ist das komplette Fehlen von Hitze, aber Kälte existiert nicht. Was wir getan haben, ist, eine Bezeichnung zu finden, die beschreibt, wie wir uns fühlen, wenn wir keine Wärme spüren oder uns nicht heiß ist.”
“Und existiert Dunkelheit?”, fuhr er fort. Der Professor antwortete: “Selbstverständlich”; der Student widersprach ihm jedoch: “Wieder irren Sie, Sir. Dunkelheit gibt es auch nicht. Dunkelheit ist tatsächlich einfach das Fehlen von Licht. Licht kann untersucht werden, Dunkelheit nicht. Dunkelheit selbst kann nicht zerlegt werden. Ein einfacher Lichtstrahl zerreißt die Dunkelheit und beleuchtet die Oberfläche, auf die er auftrifft. Dunkelheit ist eine Bezeichnung, die wir Menschen geschaffen haben, um zu beschreiben, was geschieht, wenn es einen Mangel an Licht gibt.”
Schließlich fragte der Kursteilnehmer den Professor, “Sir, existiert das Böse?” Der Professor antwortete, “Selbstverständlich besteht es, wie ich am Anfang bereits erwähnt habe. Wir sehen Verbrechen, Gewalttätigkeit und Krieg überall auf der Welt. Es kann ja wohl niemand leugnen, dass diese Sachen böse sind.”
Der Kursteilnehmer antwortete: “Sir, das Böse existiert nicht. Gerade wie in den vorhergehenden Fällen ist das Böse eine Bezeichnung, die der Mensch erfunden hat, um das Resultat des Fehlens der Anwesenheit des Gottes in den Herzen der Menschen zu beschreiben.”
Da beugte der Professor seinen Kopf und widersprach nicht. Der Name des jungen Mannes war Albert Einstein.