Die Liebenzeller Mission hat momentan vier verschiedene Arbeitsgebiete in Burundi:

Shombo-Klinik
Das Gebiet, in dem sich die Shombo Klinik befindet, liegt etwa 30 km Luftlinie östlich von der Hauptstadt Bujumbura im hügeligen Hochland. Es leben dort etwa 20 000 Menschen, vorwiegend in Einzelgehöften. Bis zum Jahr 2000 gab es in diesem Gebiet keine medizinische Versorgung. Das nächste Krankenhaus in der Provinzhauptstadt Muramvya ist mehrere Stunden Fußmarsch entfernt.

Die Anglikanische Kirche von Burundi arbeitet mit der  Liebenzeller Mission seit 1992 partnerschaftlich zusammen. In Absprache mit der staatlichen Gesundheitsbehörde, bat die Kirche die Liebenzeller Mission, beim Bau und Betreiben einer Poliklinik zu helfen.

Bedingt durch den Bürgerkrieg verzögerte sich das Bauvorhaben immer wieder. Ende 1996 konnte endlich damit begonnen werden, zwei Quellen für die Wasserversorgung der Klinik zu fassen. Im Sommer 1998 wurde der Grundstein für die Klinik gelegt und Dank der tatkräftigen Unterstützung der Bevölkerung konnte sie im Frühjahr 2001 offiziell eröffnet werden.

Die Liebenzeller Mission war bis Ende 2002 mit einer Hebamme und einer Krankenschwester im Klinikteam vertreten. Seit Anfang 2003 wird die Klinik durch einheimisches Personal betreut und geleitet. Es handelt sich hierbei um 5 medizinische Fachkräfte sowie einen Fahrer und einen Pastor als Klinik-Seelsorger.

Im Jahr 2006 profitierten ca. 26 000 Patienten von der Shombo Klinik. Etwa ein Drittel davon kommt von außerhalb des eigentlichen Einzugsgebietes.  Die Klinik wurde bislang jedes Jahr vom Gesundheitsministerium ausgezeichnet, im Jahr 2006 z.B. als zweitbeste Klinik des Landes.

Aufgrund des hohen Bedarfs gelangte die Klinik an ihre Kapazitätsgrenzen. Für die stationäre Aufnahme von Patienten stand nur ein Raum mit 12 Betten zur Verfügung, der sowohl von Frauen als auch von Männern belegt wird. Mit Unterstützung der Liebenzeller Mission und der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg konnte im Jahr 2007 ein zweiter Patientenraum erstellt werden.

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BAHO – Hilfe für benachteiligte Kinder und Familien
Alles begann mit einer „Sonntagsschule mit Frühstück“ für bedürftige Kinder in Bujumbura, der Hauptstadt von Burundi. Bis zu 80 Kinder kamen zu diesen Treffen, um die sich unsere Missionarin Christiane Hartmann mit einem kleinen Team engagierter Christen gekümmert hat. Viele der Kinder leben auf der Straße, sind Waisen oder Halbwaisen und stammen aus sehr armen Verhältnissen.
Eine Sozialarbeiterin wurde von der Anglikanischen Kirche angestellt, um systematisch die (Rest-)Familien der Kinder zu besuchen und ihr Umfeld kennen zu lernen. Daraus hat sich ein Konzept entwickelt, wie diesen Kindern und den Familien die sie versorgen, effektiv geholfen werden kann.
Inzwischen arbeiten unsere Missionare mit einem engagierten einheimischen Mitarbeiter der Anglikanischen Kirche zusammen, der selbst einige Zeit mit den Kindern auf der Straße gelebt hat.
Eine Schlüsselrolle spielt  eine gute Schul- oder Berufsausbildung. Ziel ist, die Kinder wieder an einen normalen (Schul-)Alltag zu gewöhnen. Ihre (Rest-)Familien bekommen fachliche Beratung und auch finanzielle Hilfe, damit sie die Kinder in die Schule oder Ausbildung schicken können.

In verschiedenen Stadtteilen Bujumburas wurden inzwischen vier Gruppen gegründet und betreut. Insgesamt profitieren über 250 Kinder und ihre Familien von diesem Hilfsprojekt. So konnten 236 Kindern in Schulen integriert werden und 26 ältere Kinder eine handwerkliche Ausbildung (z.B. Schneider) erhalten.

Anfang 2008 wurde beschlossen, dieses Projekt auch für die Kinder in Muramvya zu installieren. Weiteren 200 benachteiligten Kindern wird damit eine Chance auf Ausbildung und Hoffnung für die Zukunft gegeben.

Die unterschiedlichen Hilfsangebote berücksichtigen die individuelle Situation und Bedarf der Kinder: Finanziert werden die Treffen mit den Kindern und ihren Angehörigen sowie Schulgelder, inklusive der obligatorischen Schuluniform. Älteren Kindern wird eine Berufsausbildung vermittelt und finanziert. Die Familien können Mikrokredite erhalten, um damit einen Kleinhandel (Erdnüsse, Eier, Seife usw.) zu beginnen oder Saatgut zu kaufen. Dies soll ihnen zu einem verantwortlichen Umgang mit Geld verhelfen und ein kleines Einkommen sichern.

Mit einem monatlichen Patenschaftsbeitrag von 20 Euro kann ein Kind mit seiner (Rest-)Familie unterstützt werden.

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Ausbildungszenturm Muramvya
Auch nach dem Friedensschluss mit der letzten Rebellengruppe leidet das ostafrikanische Land an den Folgen des  Bürgerkriegs. Das Misstrauen und die Vorbehalte zwischen den Volksstämmen sind tief verwurzelt. Die Liebenzeller Mission hilft beim Aufbau und Betrieb einer Bibel- und Berufsschule in Muramvya mit. Von Gottes Wort geprägte Christen sind Hoffnungsträger und Friedensstifter in ihrer Umgebung, und nichts hat Burundi nötiger. Neben einer theologischen Ausbildung  sollen  auch praktische Kurse belegt werden können. Dafür ist ein Ausbau geplant, der später in eine Berufsschule münden soll.

Die Bibelschule ist für engagierte Laienmitarbeiter/innen aus dem ländlichen Bereich konzipiert. Dort wachsen die Gemeinden, und der Bedarf an qualifizierten Helfern ist groß. Interessierte Frauen und Männer sollen in bis zu drei Unterrichtseinheiten von jeweils 10 Monaten zu ehrenamtlichen Katecheten und Evangelisten ausgebildet werden. Dazwischen kann das Gelernte in der Praxis erprobt werden.
Ende 2011 haben 16 Studenten diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Sie wurden als Diakone der Anglikanischen Kirche ordiniert und arbeiten nun als Gemeindeleiter, Evangelisten und Prediger.

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TEE
Während des Bürgerkrieges arbeitete ein Liebenzeller Missionar zusammen mit Mitarbeitern und Pastoren der einheimischen Anglikanischen Kirche am Aufbau eines TEE-Programmes (Außerschulische Theologische Ausbildung). Die Hauptaufgaben waren und sind der Buchdruck und die Übersetzung der TEE-Bücher in Kirundi, damit jeder von den TEE-Kursen profitieren kann. Die Gemeindeglieder sollen durch TEE die Möglichkeit erhalten, mit Gottes Wort vertraut und dadurch im Glauben gestärkt zu werden. Denn überzeugte Christen sind auch verbindliche Mitarbeiter und Friedensstifter in ihrer Umgebung.

In der Praxis gestaltet sich das Schulungsprogramm so, dass die Kursteilnehmer weiterhin ihrem Beruf nachgehen und nach Feierabend die vorgesehenen Lektionen durcharbeiten. Einmal pro Woche treffen sich alle in der örtlichen Gemeinde zu Austausch und Gebet. Seit Sommer 2004 arbeitet das bewährte Team mit dem einheimischen Pastor selbständig weiter. Die Liebenzeller Mission hilft auch in diesem Jahr mit, dass  neue TEE-Bücher übersetzt und gedruckt werden. Dadurch können auch die Bücherkosten für die Kursteilnehmer reduziert werden.

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