Am Samstag war Alex bei einer „Endgültigen Aufhebung der Trauer“. Das ist ein Fest das man ein paar Jahre nach dem Tod einer Person feiert. Wenn es noch irgendein Gläubiger dieser Person gibt, oder noch Streitigkeiten um ein Stück Land offen sind, müssen sie bis zu diesem Tag genannt werden. Danach sind keine Ansprüche mehr möglich. Ach ja, in Kirundi heißt das übersetzt soviel wie „Milch trinken“, aber leider konnten wir noch nicht herausfinden warum…

Nun also, waren wir eingeladen und Alex ist mit ein paar Leuten aus Muramvya hingefahren. Auf die Nachfrage, wie weit es denn sei, hieß es im Vorfeld, so ca. 1-2 Stunden in den Hügeln. Etwas stutzig wurde Alex, als man sich bereits um 8h Morgens treffen sollte, obwohl doch die Feier erst um 11h beginnen sollte. Nach der obligatorischen Stunde warten, weil noch ein Fahrer gefehlt hatte, sind wir also gegen 9h losgefahren. Es ging über einige Feldwege, tief ins Landesinnere und auf einmal war sie wieder da: eine geteerte Straße! Es ging dann Richtung Matana, war einigermaßen weit weg ist und dann noch mal ein paar Kilometer auf einem Feldweg. So wurden aus den 1-2 Stunden dann eben doch 3 Stunden.

Da viele zu spät kamen, wurde dann auch kräftig am Programm gekürzt, denn die Meisten wollten bis zum Abend wieder in Bujumbura sein. So waren wir dann nach ca. 3Stunden auch schon fertig und konnten wieder zurück fahren.

Fazit: 170km, 6 Stunden Fahrt, eine Cola und ein kleines Mittagessen. Und wenn ihr denkt, Alex war k.o., dann solltet ihr mal unsere einheimischen Freunde fragen, die haben am nächsten Tag noch gestöhnt wie fertig sie sind 🙂
Dennoch hat sich der Tag gelohnt, denn solche Feste sind für die Beziehungen zu den einheimischen Menschen sehr wichtig und wir konnten weitere und tiefere Einblicke in die burundische Kultur bekommen.